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Wasserkraftwerke: Rückbau statt Neubau

Irmgard Kischko, Tobias Pehböck

Das niederösterreichische Altenwörth an der Donau. Kaum eine Ortschaft eignet sich besser, um in Österreichs Strom-Geschichte einzutauchen. Schweift der Blick donauabwärts, ist hinter dem Wald der rot-weiß-rote Turm des nie in Betrieb gegangenen Atomkraftwerks Zwentendorf zu erkennen. Die Volksabstimmung am 5. November 1978 machte den Wunsch von Politik und Energiewirtschaft, die Österreicher mit Atomstrom zu versorgen zunichte.

In unmittelbarer Nähe ragt der Schornstein des Kohlekraftwerks Dürnrohr in die Höhe. Kohle statt Atom, lautete das Motto der Stromversorger nach der Niederlage in Zwentendorf. Aber seit August 2019 gehört auch die Kohleverstromung in Dürnrohr der Vergangenheit an. Zu viel -Emissionen – in Zeiten des Klimaschutzes inakzeptabel.

Heute setzen die Versorger auf klimafreundlichen Strom aus heimischer Wasserkraft. So wie er im Donaukraftwerk Altenwörth erzeugt wird. Aber auch in Altenwörth, dem leistungsstärksten Flusskraftwerk Österreichs, muss kräftig umgebaut werden, um den heutigen Ansprüchen an Umwelt- und Naturschutz zu genügen. Als die Anlage 1976 in Betrieb ging, verschwendete  die Führungsriege  des damaligen Verbund-Konzerns, dem das Kraftwerk gehört, keinen Gedanken an Naturschutz. Das Land brauchte mehr elektrische Energie und der Verbund baute Kraftwerke, um die Nachfrage decken zu können.

Der mächtige Betonbau des Donaukraftwerks Altenwörth sperrt den Fluss fast gänzlich ab. Ein Durchkommen für die Fische ist kaum möglich.  Einige bahnten sich ihren Weg durch die Kraftwerksschleusen, viele blieben im Gewässer vor dem Kraftwerk hängen. Naturschützer plädierten seit Langem dafür, was die EU nun vorschrieb: Die Flüsse für die Fische durchgängig zu machen.

Statt neue Wasserkraftwerke zu errichten, ist der Verbund heute mit deren „naturnahem Rückbau“ beschäftigt. „Insgesamt 280 Millionen investiert der Verbund in ökologische Maßnahmen bei den Wasserkraftwerken“, sagt Verbund-Vorstand Achim Kaspar. In Altenwörth lässt sich der Verbund den Naturschutz einiges kosten. „Wir haben uns aus mit Ökologen zusammengesetzt und unter allen Projektvorschlägen jenen ausgewählt, der der Natur am meisten Platz gibt“, erklärt Projektleiter Hannes Einfalt. Für den Fischwanderweg wird daher ein 12,5 Kilometer langer Nebenfluss gegraben.

„Wir hätten auch viele kleine Betonbecken entlang des Kraftwerks bauen können“, zeigt Einfalt die weniger ökologische Alternative auf. Noch graben Bagger das neue Flussbett aus, Lkw transportieren Gestein, Kiesel und Sand ans Ufer. 575.000 Kubikmeter Feinsedimente werden bewegt, aber kein Stein verlässt die Kraftwerksumgebung. Alles wird im Bereich des Altarms der Donau genutzt. „Wenn die Fischwanderhilfe fertig ist, können Fische wie der Huchen oder die Barbe wieder wandern und damit neue Lebensräume sowie Laichplätze erreichen“, erklärt Einfalt.

Am Altarm der Donau schafft der Verbund „fast eine Idylle für die Fische“. Mehrere Hundert Raubäume, das sind absichtlich im Flussboden befestigte, gefällte Bäume, die als Totholz Unterschlupf für Jungfische bieten, wurden im Abstand von 40 Metern, in den Altarm gebracht. „Dort finden die Fische Schutz vor Fressfeinden“, erklärt Einfalt. Und davon gibt es rund ums Kraftwerk Altenwörth schon einige. Fischreiher, Seeadler oder Otter.

Aktuell ist die künftige Naturidylle aber noch eine große Baustelle, Wer sehen will, wie das Ganze einmal aussehen soll, kann dies bei der nahe gelegenen Mündung der „Neuen Traisen„ (der ehemalige Traisenkanal) in die Donau beobachten. Vor drei Jahren noch sei auch dort heftig gebaut worden, sagt Einfalt. Heute findet sich an dieser Stelle ein urwaldähnlicher Jungauwald, durch den man sich den Weg ans Traisenufer bahnen muss.


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